50 Jahre Lilly Künzel in der SPD: Eine Kämpferin für die Frauenquote

Veröffentlicht am 09.10.2011 in Lokalpolitik

Ihr damaliger Beweggrund, SPD-Mitglied zu werden, war die bayerische Schulpolitik. „Geändert hat sich seitdem nicht viel, ich finde sie auch heute noch miserabel“, sagt Lilly Künzel, die seit 50 Jahren Sozialdemokratin ist.

18 Jahre lang war sie Volksschullehrerin. Erst als sie 1977 den Beruf zugunsten der Familie aufgab, begann ihr politisches Engagement. 1978 wurde sie in den Gemeinderat in Walsdorf gewählt, kurze Zeit später arbeitete sie als Ortsvereinsvorsitzende.

Ab 1989 gehörte sie dem engeren Kreisvorstand der SPD Bamberg- Land an. Von 1990 bis 2008 war sie Mitglied des Kreistages. Zu ihren Lieblingsthemen im Umweltausschuss gehörten die Abfallwirtschaft und der öffentlichen Personennahverkehr. „Es war ein sehr zäher, zweijähriger Kampf, bis wir das Abfallwirtschaftskonzept mit der Biotonne durchsetzen konnten“, erinnert sie sich.

1991 übernahm Lilly Künzel das Amt der Kreisvorsitzenden. „Mit Unterstützung des damaligen Fraktionsvorsitzenden Günter Fleischer konnte ich 1996 die Quotenregelung konsequent umsetzen“, sagt sie. Von zwölf Kreisräten waren vier weiblich. Es ist ihr auch heute noch sehr wichtig, dass dieses Verfahren bei der SPD erhalten bleibt. „Sonst haben die guten Frauen gegenüber den männlichen Platzhirschen kaum eine Chance“, betont sie.

An die Zeit als Kreisvorsitzende erinnert sie sich gern zurück, vor allem wegen der hervorragenden Zusammenarbeit mit den Frauen. Diese Zusammenarbeit wurde von den Männern süffisant belächelt und als „Küchenkabinett“ bezeichnet. Ihr Engagement als stellvertretende Unterbezirksvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Bezirksverbands Oberfranken gehört inzwischen der Vergangenheit an.

Hier ist sie sehr stolz darauf, dass es ihr in einer kämpferischen Rede gelang, die Delegierten eines Bezirksparteitags von der Ablehnung des ICE-Projekts zu überzeugen. Als Resolution wurde die Ablehnung des Vorhabens auf einem Landesparteitag in Augsburg verabschiedet. „Aus heutiger Sicht ist das Geschichte und die politische Wirklichkeit sieht leider anders aus“, sagt sie. Sie engagiert sich aber weiterhin, im Moment kämpft die Gemeinderätin für die Selbstständigkeit ihrer Heimatgemeinde Walsdorf.

Zu 50 Jahren Mitgliedschaft gratulierten Natascha Kohnen, die Generalsekretärin der Bayern-SPD, Bundestagsabgeordnete Anette Cramme und Unterbezirksvorsitzender Jonas Merzbacher.


(Artikel von Renate Neubecker, erschienen im Fränkischen Tag vom 8.10.2011, S. 19)

 

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